Matthias-Claudius-Haus

Der Evangelische Diakonieverein Waldshut-Tiengen e.V. feierte am 04.11.2017 mit der offiziellen Einweihung des Neubaus des Matthias-Claudius-Hauses einen Freudentag; ein Rückblick auf die Abläufe:
Quelle: Dieter Zauft
Durch die Landesheimbauverordnung Baden-Württemberg von 2009 war der Evangelische Diakonieverein Waldshut-Tiengen e.V. gezwungen Überlegungen für Um- oder Neubau zu entwickeln, weil nach einer Übergangzeit von 10 Jahren ab 2019 nur noch Einzelzimmer angeboten werden dürften. Es erfolgten große und lange Diskussionen im Verwaltungsrat des Diakonievereins über den einzuschlagenden Weg.
Im Oktober 2011 fand ein Architektenwettbewerb mit acht Architekturbüros statt, die Projektsteuerung erfolgte von nun an durch JostConsult, Münster.
Im Februar 2012  entschieden wir uns für das Architekturbüro agn aus Düsseldorf – und damit für 2 Gebäude und folglich auch für 2 Bauabschnitte. Bei der Finanzierung des Projekts wurde aber schnell klar, dass der Evangelische Diakonieverein diesen Finanzrahmen nicht stemmen könnte.
Es erfolgten intensive Gespräche mit der Stadt, der Spitalfonds hatte damals eine Rücklage von  über 12 Mio. €, und so entwickelte sich die Idee, dass der Spitalfonds Bauherr würde und der Evangelische Diakonieverein als Mieter einen Mietvertrag über 30 Jahre abschließen sollte - sprich es sollte auch wieder Geld in die Kasse des Spitalfonds - als Investor -zurückfließen.
Am 24.02.2014 erfolgt der  Beschluss des Gemeinderats als Verwaltungsrat der Stiftung, dass die Spitalstiftung als Investor das MCH erstellen kann .
Quelle: Dieter Zauft
Im Vorfeld hatten wir dem damaligen Oberbürgermeister Martin Albers klar gemacht, dass auf die Stadt eine große Aufgabe zukäme, wenn das MCH nicht durch den Evangelischen Diakonieverein weitergeführt würde. Hinzu kam ein vorhersehbarer Mangel an Pflegeplätzen Auf unsere Anregung erreichten wir zudem, dass die Stadt das DB-Areal (eine Brache am Bahnhof in Tiengen) erwarb und ein Investor altengerechte Wohnungen und ein Altenpflegeheim das „Haus am Vitibuck“ erstellte, Träger ist das Evangelische Sozialwerk Müllheim e.V.  Zusammen mit dem Josefshaus in Tiengen verfügen wir nunmehr in der Stadt Waldshut-Tiengen über rund 250 Pflegeplätze.
Der Hoch- und Ausbau ab 15.08.2014 erfolgte durch die ortsansässige Schleith-Gruppe als Generalunternehmer. Wir waren im wahrsten Sinne des Wortes ein Prestige-Objekt; denn den meisten Bürgern war die Fa. Schleith ja bisher nur als Tief- und Straßenbauer ein Begriff.
Die Familie Fritz Schleith ist mit dem Evangelische Diakonieverein Waldshut-Tiengen e.V. und der Evangelischen Kirchengemeinde seit Jahrzehnten verbunden. Schon Vater Fritz Schleith hatte 1966 beim ersten Altenheimbau mit dem Bagger die Baugrube ausgehoben; er gehörte damals dem Verwaltungsrat des Vereins an.
Im Januar 2016 erfolgte der Umzug in den 1. Bauabschnitt; Richtfest für den 2. BA war am 27.01.2017 und ab 26.Juli 2017 konnte der  2. BA  bezogen werden und das  Ende der Ära des Bestandsgebäudes eingeläutet.
 
Quelle: Dieter Zauft
Das Matthias-Claudius-Haus bietet nun 100 Einzelzimmermit großzügigen Nasszellen; für Ehepaare gibt es zudem 3 Doppelzimmer. Die Heimbewohner leben nun seit 3 Monaten im neuen Haus – mit dem Wohngruppen-Modell - d.h. je Station leben 14 /15 Personen auf mit einem Gemeinschaftsraum und angegliederter Wohnküche. Durch die neuen Räume ergeben sich auch andere Betriebsabläufe. Wir erleben Erneuerungen und Veränderungen bei der täglichen Arbeit, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich darauf einlassen und das erfordert Umstellungen in den verschiedensten Bereichen.
Wir danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihren großen Einsatz und auch besonders für die  zurückliegenden Jahre der Bauzeit, in der sie besonders gefordert waren.
Wir hoffen, dass die neuen Räume Erleichterungen bei der täglichen Arbeit bringen. Wir haben neue gute Sozialräume geschaffen, auch Raucherbalkone waren ein Thema.
Besonderen Dank an Geschäftsführer Jürgen Späth, bei ihm war einer der Dreh- und Angelpunkte während des Baugeschehens und er war buchstäblich Mädchen für alles.
Unser besonderer Dank gilt allen ehrenamtlich Tätigen und den Geistlichen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, sie bringen ein zusätzliches Licht in den Alltag der Heimbewohner. Allen ein herzliches „Vergelt’s Gott“.
Ein großes Arbeitspensum leistete der ehrenamtliche  Vorstand mit Dr. Lucas Dürselen, Heinz Jockers und Dieter Zauft, eine 7-jährige gute Zusammenarbeit liegt hinter dem Gremium. Als neue Aufgabe für den Verwaltungsrat und den Vorstand stellt sich das zu überplanende Areal des alten Bestandsbaus dar.
Dieter Zauft, Vorsitzender
Evangelischer Diakonieverein Waldshut-Tiengen e.V.
 
 

 

 
 
 
Quelle: Heinz Jockers
Richtfest zum 2. Bauabschnitt im Januar 2017